Giftpflanzen sind eine Gefahr für Hund und Katze
Welcher Tierbesitzer kennt das nicht: angeknabberte Blumen und Stauden in Wohnung und Garten. Da meint Miezi, dass heute mal der saftige Ficus auf dem Speiseplan stehen könnte und Bello glaubt, dass die Wurzel der ausgegrabenen Begonie doch ein herrlicher Spielstock sei.
Allerdings sind Miezi und Bello durch jahrtausendelange Züchtung die natürliche Instinkte abhanden gekommen und sie können essbare Pflanzen von Giftpflanzen nicht mehr unterscheiden. Das gilt besonders für die meisten Hunderassen. Die Pflanzen gehören zwar nicht zur Lieblingsspeise unserer Vierbeiner, dennoch fressen sie zur Verdauungsförderung gelegentlich auch Früchte oder Pflanzenteile. Dabei sollten wir uns merken: Pflanzen, die für Menschen giftig sind, bekommen auch Hunden und anderen Haustieren in der Regel nicht.
Die sehr beliebte Begonie ist übrigens sehr gefährlich. Der höchste Giftgehalt steckt bei ihr in den Wurzeln, die grabende Hunde zwischen die Kiefer bekommen können. Ebenso giftig ist der fast überall wuchernde Efeu. Werden Blätter, Beeren, Fruchtfleisch, Stängel oder Pflanzensaft von den Tieren aufgenommen, lösen sie neben Erbrechen und Durchfall auch Krämpfe und Lähmungen aus. Sogar die so harmlos aussehende Gartentulpe kann bei Tieren Koliken verursachen. Der Blaue Eisenhut gilt als die giftigste Pflanze Mitteleuropas, das Gift dringt allein durch Berührung in die Haut ein. Ebenso giftig sind die Engelstrompete und die Rinde der falschen Akazie. Diese Pflanzen schädigen das Herz- und Kreislaufsystem, eine tierärztliche Behandlung ist dringend erforderlich. Und was kaum jemand weiß: für beide Tierarten können Schokolade und Weintrauben sogar tödlich sein.
Vorsichtig sollten Sie auch bei Schnittblumenwasser sein, denn Maiglöckchen, Hyazinthen und Tulpen geben ihre giftigen Inhaltsstoffe an das Wasser ab. Deshalb sollte das Blumenwasser von verwelkten Blumen direkt in den Ausguss gegossen werden, damit Miezi und Bello das Wasser nicht trinken können. Tiere lecken gerne Gießwasser auf und können dann mit Durchfall und Erbrechen reagieren.
Als Tierhalter sollten Sie dafür sorgen, dass keine giftigen Pflanzen in Haus und Garten stehen. Gerade für junge Tiere ist dies eine hohe Gefahrenquelle, denn sie knabbern doch gerne auch mal Pflanzen an - mit möglicherweise üblen Folgen. Bitte verlassen Sie sich nicht darauf, dass Ihr Hund oder Ihre Katze die Pflanzen schon nicht fressen werden. Auch wenn in Ihrem Haushalt keine giftigen Pflanzen sind, sollten Sie bei Freigängerkatzen und bei Gassirunden mit dem Hund an Vergiftungen denken, wenn Ihr Tier auffällig wird.
Folgende Pflanzen sind für Katzen und Hunde giftig:
Für Katzen können zum Beispiel Efeu, Ginster, Hortensie, Alpenveilchen, Buchsbaum, Maiglöckchen, Narzissen, Nelken und Weihnachtsstern gesundheitsschädigend sein. Hunde, Vögel und Kleintiere reagieren empfindlich auch auf Aloe (Bitterschopf), Begonie, Lilie, Christusstern, Einblatt, Fensterblatt, Flamingoblume und Fettpflanze.
Beispiele für Vergiftungssymptome, die Zimmerpflanzen auslösen können, wenn sie von Haustieren gefressen werden, sind: Erbrechen, Durchfall, Kolik, Schweißausbrüche, Gleichgewichtsstörungen, Krämpfe, Niedriger Blutdruck, Lähmungen, starker Speichelfluss, Atemnot, Schädigung der Maulschleimhaut, Schleimhautschwellung, Schluckbeschwerden, Apathie, …
Ist es zur Vergiftung gekommen, und das Tier hat Pflanzenteile gefressen, sollten Sie die Reste - soweit vorhanden - aus dem Maul entfernen und den Tierarzt informieren. Wenn möglich, nimmt man zum Arzt die Pflanzenteile mit, damit er gegebenenfalls den Auslöser der Vergiftung bestimmen kann.
Für den Fall des Falles:
Giftnotruf-Zentrale München, Tel: 089 - 19 240, Homepage: www.toxinfo.org
Giftnotruf-Zentrale Berlin, Tel: 030 - 19 240, Homepage: www.giftnotruf.de
Wer hat sich vergiftet?
Womit hat sich das Tier vergiftet (Pflanzen, Chemikalien, Arzneimittel ...)?
Wie viel wurde aufgenommen?
Wann ereignete sich die Vergiftung (Uhrzeit)?
Welche Symptome sind aufgetreten?
Was haben Sie bisher gemacht (Maßnahmen)?
Wir möchten Ihnen eine wichtige und sehr gute Homepage über Giftpflanzen ans Herz legen, die nach Tierart sortiert auflistet, welche Pflanzen für Ihr Tier giftig und/oder unverträglich sind - zum anderen ist die Seite eine der größten Botanik-Datenbanken überhaupt - mit wunderschönen Fotos, für deren Nutzungserlaubnis wir uns herzlich bedanken möchten. (rk/kl).
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Alle Bilder dieser Seite mit freundlicher Genehmigung von www.botanikus.de

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