Chinchillahaltung richtig gemacht

Ob man es sich vorstellen kann, oder auch nicht, aber das auf Viele exotisch wirkende Chinchilla ist verwandt mit dem uns bekannten Meerschweinchen. Ursprünglich stammt es aus den Anden in Chile und Peru in Südamerika. Dort lebten sie in den höher gelegenen Gebirgsteilen in Familienverbänden. Ihr ursprünglicher Lebensraum ist eher karg. Ihr warmer flauschiger Pelz dient ihnen zum Schutz vor Kälte, ihre im Verhältnis groß wirkenden Ohren helfen im Sommer die Körpertemperatur zu regulieren. Seit ca. 1980 sind sie als Haustiere bei uns bekannt und wurden zunächst für die Pelzindustrie gezüchtet. Da einige Privatpersonen versuchten sich mit der Zucht von Nachwuchs für die Pelzgewinnung etwas Geld nebenbei zu verdienen, wurden die flauschigen Nagetiere als Heimtiere immer beliebter und das nicht zu Unrecht.

Bevor man sich aber dazu entschließt Chinchillas zu sich zu nehmen und ihnen ein Zuhause zu bieten, sollte man sich vorher über ein paar Dinge kundig machen. Die Lebenserwartung dieser Tiere liegt in Gefangenschaft bei etwa 20 Jahren. Daher sollte man sich vor der Anschaffung gut überlegen, ob man für diesen Zeitraum bereit ist sich um die Tierchen zu kümmern. Zudem sollte man wissen, dass Nachwuchs bereits mit 4 - 6 Monaten geschlechtsreif ist und sich dazu bis ins hohe Alter fortpflanzen kann. Nach einer Trächtigkeit von etwa 111 Tagen werden wischen 1 und 4 Jungtieren geboren. Um Nachwuchs zu vermeiden wird dringend empfohlen die männlichen Tiere in der Gruppe kastrieren zu lassen. Die Haltung von gleichgeschlechtlichen Paaren und Gruppen ist aber auch gut möglich.

Da Chinchillas sehr aktiv sind und am liebsten laufen und springen kann ein optimales Gehege gar nicht groß genug sein. Da handelsübliche Chinchillakäfige zwar dem starken Nagetrieb der Tiere gut standhalten, aber oftmals viel zu klein sind, eignen sich auch große Papageienvolieren oder natürlich selbst gebaute Gehege als Alternative. Falls sie sich für eine Voliere entscheiden, sollten sie darauf achten, dass der Gitterabstand nicht zu weit ist. Da Chinchillas gerne auf verschiedenen Ebenen sitzen, sollten sie in unterschiedlichen Höhen Holzbretter anbringen, auf denen sich aufgehalten werden kann. Die Grundfläche sollte bei mindestens zwei Tieren etwa 200 cm x 100cm betragen, die Höhe sollte 150cm möglichst nicht unterschreiten. Dicke, naturbelassene Äste sind sehr beliebt als Klettermöglichkeiten und zum benagen.

Da Chinchilla nachtaktive Tiere sind, ist es wichtig ihnen verschiedene Schlafhöhlen anzubieten, die ihnen tagsüber die Möglichkeit des Rückzugs bieten. Zum Verstecken werden auch gerne Ton- oder Korkröhren genommen. Auch Wurzelstücke sind hierzu sehr beliebt und werden gerne benagt. Weiter gehört zur Einrichtung eine Futterstelle, an der standfeste Näpfe aus Keramik oder Metall stehen sollten. Plastiknäpfe würden den eifrigen Nagetieren nicht lange standhalten und wären bei Verschlucken der abgenagten Teile gefährlich. Wenn die Tiere es kennen, ist es ratsam Wasser in einer sogenannten Nippeltränke anzubieten, da es so nicht verschmutzen kann.

Wichtig für die Fellpflege ist es, ein Sandbad im Käfig aufzustellen. Hierzu kann ein geeignetes Keramik- oder Glasgefäß verwendet werden, welches hoch genug ist, damit der beim Baden aufgewirbelte Sand sich nicht im ganzen Gehege verteilt. Zudem sollte das Gefäß groß genug sein, dass sich die Tiere dort ungestört bewegen können. Der spezielle Chinchillasand, der den Tieren beider Entfettung ihrer Haare dient, kann im Fachhandel gekauft werden. Vogelsand ist hierfür gänzlich ungeeignet. Da manche Chinchillas ihr Sandbad auch als Toilette benutzen, sollte es täglich überprüft und nach Bedarf gereinigt werden. Als Einstreu sollte ein saugfähiges Material verwendet werden, dass täglich von Kot und Urin befreit wird und ca. alle 7-10 Tage komplett gewechselt wird. Hierzu sind Paperschnipsel, staufreie Sägespäne oder Strohpellets gut geeignet.

Das Futterangebot in ihrem ursprünglichen Lebensraum ist eher dürftig. Daher haben sich die Chinchillas an magere Kost gut gewöhnt und benötigen kein aufwendiges Futter in unserer Obhut. Eine für Magerköstler gesunde und ausreichende Futterration besteht aus hochwertigem Heu, das ihnen den ganzen Tag zur freien Verfügung stehen sollte, einem Esslöffel Chinchilla-Pellets aus dem Fachhandel und ca. 2 Teelöffel Ergänzungsfutter (wie z.B. getrocknete Kräuter und Blüten) . zusätzlich sollten immer Äste von ungespritzten Bäumen zum Nagen angeboten werden. Frischfutter sollte nur in wirklich sehr kleinen Mengen angeboten werden, da es leicht zu Durchfällen führen kann.

Chinchillabesitzer sollten darauf achten, dass ihre Tiere gesund sind. Dies kann man am beste beobachten, indem man regelmäßig die Körperöffnungen, die Zähne, das Fell und die Konsistenz des Kotes unter die Lupe nimmt. Gesunde Chinchillas sind lebhaft und aktiv. Sie kommen zur Futteraufnahme zügig an die Futterstelle und scheinen sauber und ohne Verklebungen an Nase, Augen, Ohren, Mund und After. Ihr Fell sollte glänzend und dicht sein. Sollte ihnen etwas seltsam vorkommen konsultieren sie am besten einen Tierarzt. (es)


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