Das Wesen der Katze

Wenn vom Wesen der Katze gesprochen wird, dann darf der Mensch nicht unerwähnt bleiben, denn die Katze baut - entgegen weit verbreiteter Meinung - eine starke Bindung zu ihm auf. Ein Katzenhalter sollte tolerant sein und sich auf die Katze einstellen können. Wer einmal eine Katze betreut hat, weiß, wie sensibel sie ist. Trotz ihrer Individualität sind Katzen zärtlich, anschmiegsam, anhänglich, aber auch selbstbewusst. Eine Katze braucht viel Zuneigung. Sie fordert diese, wenn ihr gerade danach ist. Katzen verabscheuen Lärm, da ihr Gehörempfinden wesentlich bes- ser ausgebildet ist als das des Menschen.

Warum finden Menschen Katzen so faszinierend?
Fühlen sich Menschen zu Katzen hingezogen, weil sie ähnliche Eigenschaften haben wie diese freiheitsliebenden, unabhängigen Tiere? In den Zwängen der Anpassung verkörpern Katzen ein Stückchen Freiheit. Bei ihnen ist man immer willkommen, sie sind selten bis nie schlechter Laune. Sie verlieren nicht ihre Anhänglichkeit oder ändern ihre Haltung.

Den Kontakt mit dem Menschen pflegt die Katze gern, jedoch bestimmt sie selbst, mit wem und wann. Sie ist ein schnurrbärtiger Eigenbrötler, der nur das zulässt, was er gerade will. Allem anderen entzieht er sich. Katzen teilen uns ihre Gemütsbewegungen mit. Sie haben ein abgestuftes Register von Lauten, Gebärden, Ritualen und Gewohnheiten. Die Katze schmust und schnurrt, maunzt und schmeichelt. Sie „spricht" mit dem Menschen, sie reagiert auf ihn, geht auf ihn ein.

Wenn die Katze schnurrend an den Beinen „ihres" Menschen entlang streicht, bedeutet das: „Ich bitte um Beachtung und Zuwendung".

Kommt sie Ihnen beim Nachhausekommen mit steil aufgerichtetem Schwanz entgegen, ihr Köpfchen an Ihrem Handrücken reibend, so will sie sagen: „Schön, dass du wieder da bist". Der Körperkontakt zur Bezugsperson ist für Katzen außerordentlich wichtig.
Die innigste Begrüßung einer Katze ist das „Köpfchengeben". Damit will sie sagen: „Ich mag dich gern, ich habe volles Vertrauen zu dir." Die meisten Katzen schmusen gern und können vom Streicheln und Kosen nicht genug bekommen. Es gibt aber auch Katzen, die sehr spröde und eigensinnig sind.

Die Katze entscheidet immer frei, das zu tun, wonach ihr gerade der Kopf steht, auch wenn das nur das Dösen sein sollte. Ihr Verhalten ist konsequent: Sie ist sich immer selbst der Nächste. Zwei Drittel ihres Lebens verschläft die Katze, das letzte Drittel widmet sie zur einen Hälfte der intensiven Fellpflege und den verbleibenden Rest zum Räkeln, Spielen, Jagen und Fressen.
An dieser Stelle darf nicht unerwähnt bleiben, dass Katzen auf Verhaltensstörungen mit Unsauberkeit reagieren. Schon manche Katze wurde eingeschläfert, nur weil ihr Halter nicht erkannt hatte, dass sie aus dem „seelischen Gleichgewicht" geraten war. Die Ursachen hierfür können vielfältig sein. Mangelnde Zuneigung, Aussperren aus Räumen, in denen sich die Menschen aufhalten, unruhige und laute Umgebung, Eifersucht - um nur einige aufzuzeigen - können dazu führen, dass die Katze ihre Gewohnheit, die Katzentoilette zu benutzen, aufgibt und unsauber wird.

Die Beziehung zwischen Mensch und Katze kann so eng werden, dass sie für das Wohlbefinden und die Gesunderhaltung der Katze von großer Bedeutung ist.

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