Viruserkrankung der Katze

Die „sieben Leben der Katze" existieren nur im Volksmund. Es gibt mehrere Viruserkrankungen, von denen jede Einzelne das Leben einer Katze auf qualvolle Weise auslöschen kann.

Die Katzenseuche oder Panleukopenie ist eine hochansteckende und weit verbreitete Viruskrankheit. Die Ansteckung erfolgt meist durch direkten Kontakt. Sie kann aber auch indirekt über Schuhwerk, Kleidung und Gegenstände stattfinden. Deshalb sind auch Tiere, die nur in der Wohnung gehalten werden, gefährdet. Einige der quälenden Symptome sind: Fieber, Bauchschmerzen, Hinfälligkeit, Durchfall und Erbrechen. Ohne Behandlung tritt nach einem bis vier Tagen der Tod ein.

Beim Katzenschnupfen, der keineswegs mit einer normalen Erkältung verwechselt werden darf, erfolgt die Ansteckung in der Regel durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren. Die ersten Symptome gleichen denen einer schweren Grippeinfektion beim Menschen, hinzu kommen Schleimabsonderungen aus Nase und Schnäuzchen und stark sekretierende Bindehaut- und Augenentzündungen. Eine an Katzenschnupfen erkrankte Katze erleidet unbehandelt einen äußerst qualvollen Tod.

Die Katzenleukämie oder Katzenleukose (FeLV) ist, ebenso wie die Katzenimmunschwäche (FIV) nicht heilbar. Bei beiden handelt es sich um Erkrankungen mit unspezifischen Symptomen, bei der Leukose oft einhergehend mit Anämie und Tumorbildung. Die Übertragung des Erregers erfolgt durch direkten Kontakt mit dem Speichel infizierter Katzen, mit dem in großer Anzahl Viren ausgeschieden werden. Tiere, die einer erhöhten Risikogruppe angehören, sind:
kampflustige Katzen, Katzen, die sich häufig im Freien aufhalten, Katzen in Gruppenhaltung und streunende Kater und Katzen mit unbekannter Vorgeschichte.
Besonders heimtückisch an diesen Krankheiten ist, dass die Katzen Wochen, Monate, manchmal sogar erst Jahre nach der Ansteckung die ersten Krankheitssymptome zeigen und dass sie während dieser Zeit unbemerkt Viren ausscheiden. Mittels eines Labortests kann eine Ansteckung mit Leukose- oder Immunschwächeviren im Katzenblut festgestellt werden. Allerdings: längst nicht jedes „positive" Tier zeigt deutliche Erkrankungserscheinungen.

FIP (Feline infektiöse Peritonitis) ist ein weiteres Schreckgespenst der Katzenhaltung. Es handelt sich um eine „Bauchwassersucht", bei der man zwischen der „feuchten"und der „trockenen" Form unterscheidet. Die Allgemeinsymptome sind oft unspezifisch. Im Anfangsstadium sind anhaltendes Fieber, Fressunlust, Abmagerung und Aktivitätsverlust festzustellen. Später kommt es häufig zu einer extremen Umfangsvermehrung: die Katze wirkt verfettet, obwohl sie nichts frisst. Das Tier stirbt, wenn lebenswichtige Organe (z. B. Herz oder Lunge) durch die umgebende infektiöse Flüssigkeit in ihrer Funktion behindert werden.
Auch für FIP gibt es einen Labortest, der aber weder eine frische Infektion anzeigen, noch darüber Auskunft geben kann, ob die Krankheit bei der betroffenen Katze zum Ausbruch kommen wird.

Die vorgenannten Krankheiten sind nicht auf andere Tiere oder auf Menschen übertragbar.

Die Tollwut ist als einzige Infektionskrankheit der Katzen auch auf andere Tiere und sogar den Menschen übertragbar!


Die Tollwut ist nahezu weltweit verbreitet. Die Übertragung der Krankheit erfolgt durch tollwutkranke Tiere. Der Erreger wird über den Speichel des infizierten Tieres übertragen.

An Tollwut erkrankte Tiere müssen getötet werden!
Nicht nachweislich schutzgeimpfte Haustiere werden bereits beim geringsten Verdacht auf Tollwutinfektion eingeschläfert!


Allen beschriebenen Viruserkrankungen sind Katzen nahezu schutzlos ausgesetzt. Die Behandlung dieser Krankheiten ist schwierig, langwierig, kostenaufwändig und nicht selten erfolglos. In den meisten Fällen kann aber die vorbeugende Impfung Schutz vor Infektionskrankheiten bieten.
Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt unbedingt über mögliche Impfungen informieren und stellen Sie Ihr Tier zu den Wiederholungsimpfungen wieder vor!

Jede durchgeführte Impfung, wie auch die Termine für die Wiederholungsimpfungen werden in den Impfpass der Katze eingetragen. Er ist ein anerkanntes Dokument und soll Ihre Katze ein Leben lang begleiten. Füllen Sie daher die erste Seite mit den Angaben zu Katze und Besitzer gewissenhaft aus.

Katzen, die freien Auslauf genießen, sind einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt! l

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