Tipps zur Katzenhaltung

Da eine Katze nur ein kleines Revier benötigt, kann sie, wenn sie von klein auf daran gewöhnt ist, ohne Auslauf nur in der Wohnung gehalten werden. Sie sollte dann aber möglichst Zugang zu allen Räumen haben. Außerdem sind Katzen soziale Tiere und sollten in der reinen Wohnungshaltung nicht alleine gehalten werden. Ausnahmen bestätigen die Regel ...

Sollten Sie in der glücklichen Lage sein, so zu wohnen, dass Sie Ihre Katze nach draußen lassen können, dann empfehlen wir „geregelten Ausgang", d.h. am Tage, nur für kurze Zeit und vor der gewohnten Fütterungszeit. Leider ist es eine weit verbreitete Unsitte, Katzen über Nacht auszusperren. Katzen sind dämmerungsaktiv, aber keinesfalls Nachttiere. Lässt man sie nachts ins Freie, stößt ihnen häufig etwas zu, auch wenn es längere Zeit gutgegangen ist!

Also: Über Nacht gehört die Katze ins Haus!

Berufstätige, die ganztägig außer Haus sind, und ältere Menschen sollten einer ausgewachsenen oder gar älteren Katze den Vorzug geben. Eine junge Katze möchte ihren Spiel- und Bewegungstrieb ausleben. Mit wem soll das Kätzchen herumtollen, wenn niemand da ist? Hier ist es besonders ratsam, zwei Katzen zu halten, die sich die Zeit ohne Dosenöffner mit Toben und Spielen, sowie gegenseitiges Putzen und Kuscheln vertreiben können.

Das schönste Spielzeug interessiert nicht, wenn es nicht bewegt wird. Wer hat schon - selbst nicht mehr jung an Jahren oder müde und abgespannt nach einem arbeitsreichen Tag - Lust, auf dem Teppich herumzukriechen, Ping-Pong-Bällchen werfend und Wollfaden ziehend, um das Kätzchen in die Illusion zu versetzen, dass es etwas zu jagen gibt?

Überlegen Sie bitte: Ihre Wohnung, so gemütlich sie sein mag, hat wenig Aufregendes zu bieten, wenn niemand da ist. Besonders für Jungkatzen bedeutet das: geballte Langeweile! Daher: wenn es unbedingt ein Katzenkind sein soll, nehmen Sie besser gleich zwei ins Haus. Wachsen zwei Kätzchen gemeinsam auf, können sie ihren Spieltrieb auch dann ausleben, wenn Sie keine Zeit haben. Sind sie aneinander gewöhnt, bleibt es in der Regel bis ins hohe Alter bei der Katzenfreundschaft. Und Sie brauchen kein schlechtes Gewissen zu haben!

Noch eines: Wenn Sie eine Katze in ihr neues Zuhause bringen, lassen Sie sie mindestens 14 Tage - besser 4 bis 6 Wochen - in der Wohnung, denn sie muss sich erst einmal an ihren neuen Besitzer und die fremde Umgebung gewöhnen.
Lassen Sie ihr genügend Zeit, die Wohnung (das Heim erster Ordnung) in aller Ruhe zu inspizieren und sich mit allen Ecken und Nischen vertraut zu machen. Haben Sie Geduld und erzwingen Sie keine Liebkosungen.

Ihre Katze braucht:

- 2 Futternäpfe, einen für das Futter und einen weiteren für immer frisches Trinkwasser
- mindestens eine Katzentoilette - besser sind zwei -, die, ebenso wie die Futternapfe, täglich gereinigt werden müssen. Als Katzentoilette eignet sich eine Plastikschale mit einem ca. 10 bis 12 cm hohen Rand. Die im Handel erhältlichen Toiletten entsprechen genau den Anforderungen. Die Toilette sollte ihren Standort in einer stillen ruhigen Ecke haben und muss immer zugänglich sein. Damit die Katze ihre Exkremente gut verscharren kann, wird die Toilette 5 bis 7 cm hoch mit Katzenstreu angefüllt. Manche Katzen - insbesondere Kater - haben die Angewohnheit, über den Toilettenrand zu urinieren. In solchen Fällen empfehlen wir geschlossene Katzentoiletten mit Einstiegsöffnung, ebenfalls im Handel erhältlich. Da die Katze ihre „Geschäfte" nicht an unerwünschten Orten erledigen soll, ist es wichtig, dass die Katzentoilette immer sauber gehalten wird. Bei einigen, sehr gut bindenden Streusorten reicht es völlig aus, die verklumpte Streu großzügig zu entnehmen und nur alle paar Tage die Katzentoilette auszuwaschen. Die Desinfektion der Plastikschüssel ist völlig überflüssig und kann dazu führen, dass die Katze des unangenehmen und scharfen Geruchs wegen ihre Toilette meidet.
- Katzengras (Zyperngras oder Hafer) oder Katzenmalz. Meiden Sie giftige Zimmerpflanzen (z. B. Weihnachtsstern, Geranien, Oleander).
- Einen verschließbaren Transportkorb mit Decke oder Kissen. Tragen Sie Ihre Katze nie einfach auf dem Arm zum Tierarzt, denn eine in Panik geratene Katze ist nicht zu halten. Außerdem dürfen auch Katzen nicht ungesichert im Auto transportiert werden. Falls Sie gerade keinen Korb zur Hand haben, können Sie sich auch mit einer mit einem Reißverschluss verschließbaren Einkaufstasche oder zwei aufeinandergesetzten Plastik-Klappkisten behelfen.
Katzengeschirr und Leine allein reichen zum sicheren Transport einer Katze nicht aus!

- Spielzeug (z. B. ein kleiner Ball, Wolltrottel, kleine Stofftiere, knisterndes Papier). Scharfkantige Gegenstände (Nadel und Faden) und solche aus leicht zerbrechlichem oder zersplitterndem Material gehören nicht in Katzennähe. Vorsicht geboten ist bei Wollfaden und kleinen Kinderspielzeugen - sie können leicht verschluckt werden!
- Kratzgelegenheit: Kratzbaum oder Kratzmatte (möglichst senkrecht angebracht zum Schutz der Möbel und Tapeten). Sie können diese Kratzgelegenheit selbst anfertigen, z. B. ein Holzbrett mit Teppichboden (feste Schlingenware, kein Synthetik) bespannen oder einen dünnen Baumstamm mit Jute oder Sisalband umwickeln. Die Krallenpflege übernimmt die Katze selbst. Sie muss sich regelmäßig ihre Krallen schärfen, denn sie läuft sich diese nicht ab wie z. B. der Hund.

Alle diese Dinge sind notwendig, aber wichtiger ist der Kontakt zur Bezugsperson, dem Menschen!

Zum Wohlbefinden der Katze gehört auch, ihr die Möglichkeit zu geben, sich zurückzuziehen. Hier gibt es neben den im Handel erhältlichen Nestchen und Höhlen oder Körben selbstverständlich auch die Möglichkeit Kartons mit einer Decke und einem herein geschnittenem Einstieg als Rückzugsmöglichkeit anzubieten.

Ein Mensch, der - vielleicht selber einsam - tagsüber oft zuhause und als Partner für die Katze da ist, der mit ihr „spricht", spielt, schmust und ihr hin und wieder als wärmende Unterlage dient, - der dies auch noch leise tut, ohne sich aufzudrängen, falls die Katze etwas anderes im Sinn hat -, ist für sie ein optimaler Gefährte.

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