Die Gesunderhaltung Ihrer Katze

Eine kranke Katze braucht den Tierarzt. Man hüte sich davor, laienhafte Diagnosen zu stellen und auf eigene Faust oder auf gut gemeinten Ratschlag von Freunden an einem kranken Tier herumzudoktern. Ist erst eine Verschlechterung des Zustandes eingetreten, kann oft auch ein Tierarzt nicht mehr helfen.

Verschiedene Katzenkrankheiten verlaufen mit äußerlich ähnlichen Symptomen, dass es selbst für den Tierarzt nicht immer einfach ist, eine gesicherte Diagnose zu stellen. Unabhängig davon möchten wir auf einige Möglichkeiten hinweisen, die auch für einen nicht veterinärmedizinisch ausgebildeten Katzenhalter zu erkennen sind.

Fell und Haut

Das Fell einer gesunden Katze ist seidig, glänzt und steht nicht struppig ab. Katzen haaren das ganze Jahr über mehr oder weniger stark. Im Frühjahr und Herbst erfolgt der eigentliche Fellwechsel, der mit starkem Haarausfall einhergeht. Um zu verhindern, dass Katzen während dieser Zeit große Mengen abgestoßener Haare bei der täglichen Fellpflege verschlucken, sollte der Fellwechsel mit Kämmen und Bürsten unterstützt werden.
In aller Regel genießen Katzen diese pflegerischen Maßnahmen von Seiten des Halters. Auf und in der Haut können sich verschiedene Parasiten ansiedeln, worunter in erster Linie Flöhe, Zecken, Läuse und Milben fallen. Insbesondere mit Beginn der warmen Jahreszeit sollte das Fell der Katze auf diese Quälgeister, die nicht nur Juckreiz, sondern bei schwerem Befall Haarausfall und Hautentzündungen verursachen können, untersucht werden. Kleine schwarze Krümel im Fell deuten auf Flohbefall hin. Flöhe können Bandwürmer übertragen!

Hautkrankheiten wie Ekzeme oder Pilzerkrankungen können auch bei Katzen auftreten. Ihre Behandlung gehört immer in die Hand eines Tierarztes, zumal einige auch auf den Menschen übertragbar sind.
Zur äußerlichen Anwendung bei Befall mit Hautparasiten können Sie eine Fülle von Bekämpfungsmitteln in Form von Puder, Sprays, Halsbändern (wegen Strangulierungsgefahr nur mit Gummizug), um nur einige zu nennen, bei ihrem Tierarzt, im Zoofachhandel oder in Apotheken erwerben.

Jedoch muss stets darauf geachtet werden, dass diese Mittel auch ausdrücklich für Katzen geeignet sind. Gut verträglich und äußerst wirksam sind Mittel, die über das Katzenfutter verabreicht werden und die so genannten „Spot ons", die einfach auf die Haut getropft werden und dann mehrere Monate wirksam sind. Diese Mittel sind ausschließlich über den Tierarzt zu beziehen.

Die Ohren der Katze In gesunden Katzenohren ist kein Dreck zu sehen. Kratzt sich die Katze aber häufig an den Ohren oder auch am Hals - oft kann das Tier den Juckreiz nicht genau lokalisieren - kann eine Ohrentzündung vorliegen. Besonders häufig kommt bei Katzen der Befall mit Ohrmilben vor. Befinden sich im äußeren Gehörgang Ihrer Katze braune, übel riechende Klumpen, so handelt es sich wahrscheinlich um Ohrmilbenbefall. Eindeutig ist es, wenn man kleine braune „Pünktchen" regelrecht im Ohr herumflitzen sieht.
Hier raten wir, um den Gehörgang nicht zu verletzen, Ihrem Tierarzt die Grundbehandlung zu überlassen und nach dessen Anweisungen die einfache, aber unbedingt notwendige Nach- bzw. Weiterbehandlung vorzunehmen.

Die Augen

Eine gesunde Katze hat muntere, klare Augen. Tränende Augen können eine relativ harmlose Bindehautentzündung bedeuten. Niesen und tränende Augen können aber auch ein Anzeichen dafür sein, dass Ihre Katze ernstlich erkrankt ist. Auch Erkaltungskrankheiten sind bei Katzen sehr ernst zu nehmen. Im inneren Augenwinkel der Katze befindet sich ein Hautchen, das als Nickhaut bezeichnet wird. Vergrößert sich diese Nickhaut und wird über den inneren Augapfel gezogen, kann das auf krankhafte Zustände deuten.

Die Zähne

Der Zahnwechsel einer jungen Katze, der mit ca. dreieinhalb Monaten beginnt und mit 5 bis 6 Monaten abgeschlossen ist, wird vom Katzenhalter in aller Regel kaum bemerkt. Dem bleibenden Gebiss sollte allerdings viel Aufmerksamkeit gewidmet werden. Erkrankungen der Zähne und des Zahnbettes treten bei Katzen relativ häufig auf. Der Zahnstein ist die größte Gefahr, die dem bleibenden Gebiss droht. Übler Mundgeruch und im fortgeschrittenen Stadium auch Speichelfluss können Anzeichen für Zahnstein sein. Die Folgen sind u. a. Entzündungen des Zahnfleisches, Wurzelvereiterungen bis hin zum frühen Zahnausfall und nicht zuletzt Allgemeinerkrankungen. Mindestens einmal jährlich sollte der Tierarzt einen Blick auf die Zähne Ihrer Katze werfen.
Bei einer ausschließlichen Fütterung mit industriellem Dosenfutter werden die Zähne der Katze nicht beansprucht - die Folge ist Zahnstein. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Katze etwas zum „Beißen" in Form von Trockenfutter bekommt. Eine ausschließliche Fütterung mit Trockenfutter ist allerdings aus mehreren Gründen abzulehnen. Da dem Trockenfutter die Flüssigkeit fast gänzlich entzogen ist und Katzen relativ wenig trinken, ist die Gefahr der Blasensteinbildung groß. Wegen der engen Harnröhre sind Kater besonders gefährdet. Eine weitere Gefahr ist die Verfettung der Katze wegen zu üppiger Nahrungsaufnahme.

Der Verdauungstrakt

Erbrechen: Zu gierig verschlungenes Futter, Gras oder beim Putzen verschluckte Haare werden von der Katze relativ häufig ausgebrochen. Sollte sich die Katze aber ohne ersichtlichen Grund mehrmals täglich erbrechen, kann das auf eine schwere Erkrankung, Vergiftung, Würmer oder einen verschluckten Fremdkörper deuten. Auch in diesen Fällen raten wir, die Katze schnellstmöglich einem Tierarzt vorzustellen.
Verstopfung: Normalerweise hat eine erwachsene Katze einmal täglich Verdauung. Bei Verstopfung, mit der keinerlei sonstige Unpässlichkeit erkennbar verbunden ist, kann Milchzucker verabreicht werden (kein Rizinusöl!). Durchfall: Auch hier kann es sich um eine vorübergehende, harmlose Verdauungsstörung handeln. Falls Ihre Katze sich mehrmals täglich mit übel riechenden und wässrigen Ausscheidungen quält, sollte sie dem Tierarzt vorgestellt werden. Sinnvoll ist es auch, eine Kotprobe zur Begutachtung mitzunehmen.
Zuletzt gibt es noch die Darmparasiten. Spulwürmer, Hakenwürmer, Bandwürmer - um nur die am häufigsten vorkommenden zu nennen - stellen eine ständige Gefahr für unsere Katzen, aber auch für uns Menschen dar. Durch spezielle, gut verträgliche Medikamente befreit der Tierarzt die Katze von diesen schädlichen Schmarotzern. Lassen Sie sich über den geeigneten Entwurmungsrhythmus, der je nach Alter der Katze verschieden ist, beraten!

Harnwegsprobleme

Sucht Ihre Katze immer wieder ihre Katzentoilette auf, ohne Harn abzusetzen, handelt es sich um eine äußerst schmerzhafte und sogar lebensbedrohliche Harnverhaltung. Besonders bei älteren Katern und bei Tieren, die überwiegend mit Trockenfutter ernährt werden, kann das auf Blasensteine hindeuten.
In diesem Fall ist unverzüglich ein Tierarzt zu konsultieren!
Die gemachten Ausführungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. In Zweifelsfallen fragen Sie Ihren Tierarzt um Rat.

Und vergessen Sie bitte nie:
Nur der Tierarzt ist in der Lage, eine gesicherte Diagnose zu stellen und den Behandlungsplan zu bestimmen!

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